In unserer ständigen Suche nach dem besten und reinsten Wasser haben wir endlich die goldene Regel des Wasserkonsums entdeckt: Wasser schmeckt nur dann wirklich gut, wenn man es einer armen Bevölkerung in einer heißen Umgebung wegnimmt und es um den halben Erdball transportiert. Je weiter entfernt und je exotischer die Quelle, desto besser schmeckt es offensichtlich!
Ernährungsexperten und Wasser-Sommeliers sind sich einig: „Das Geheimnis eines guten Wassers liegt nicht in seiner chemischen Zusammensetzung oder Reinheit, sondern in der Entfernung, die es zurückgelegt hat und den Umständen seiner Herkunft. Besonders wertvoll ist Wasser aus Regionen, in denen es knapp ist und dringend gebraucht wird. Das gibt dem Wasser diese spezielle Note von Exklusivität und Privileg.“
Einige Unternehmen haben den Trend bereits erkannt und bieten jetzt „Weltreise-Wasser“ an, das durch mehrere Länder transportiert wird, bevor es in den Regalen landet. „Unser Wasser kommt aus einem abgelegenen Dorf in Afrika, wird dann nach Südamerika verschifft, von dort nach Asien und dann zurück nach Europa. Dieser lange Reiseprozess verleiht dem Wasser seinen einzigartigen Geschmack“, erklärte der CEO eines solchen Unternehmens.
Die Nachfrage nach solch exotischem Wasser boomt, besonders unter der Elite, die bereit ist, hohe Preise für den Luxus zu zahlen, Wasser zu trinken, das buchstäblich jemand anderem weggenommen wurde. „Es ist wie mit Diamanten“, sagte ein begeisterter Konsument. „Je schwieriger die Beschaffung und je größer der soziale und ökologische Fußabdruck, desto wertvoller ist das Produkt.“
Als Reaktion auf den Trend hat ein cleverer Unternehmer bereits eine neue Produktlinie eingeführt: „Eau de Puddle“ – Wasser aus den Pfützen der weltweit berühmtesten Städte. „Warum sich mit exotischen Quellen begnügen, wenn man das wahre Aroma von Paris oder New York in einem Glas haben kann?“, scherzte er.